Diese Aussage hat nicht nur Glückskeksspruchpotenzial, sondern weist auch auf etwas Wichtiges hin: Ohne kreatives Chaos macht beides – Schule und Theater – keinen Spaß. Insofern erwies es sich als großartige Idee, Chaos, Individualismus und Gemeinschaftssinn, also alles, was einer Schultheatertruppe innewohnt, gleich mal auf die Bühne zu bringen.

So durften die Zuschauer, scheinbaren und lebhaften Theaterproben ebenso beiwohnen wie gelungen inszenierten Szenen aus Shakespeares „Romeo und Julia“. William hätte sich sicherlich sehr gefreut, den kreativen Umgang mit seinem Stück zu erleben. (Schließlich hat er sich ja auch sehr fleißig an einem antiken Stoff bedient, um sein berühmtes Stück zu verfertigen.) Und auch das Stück im Stück ist ja Shakespeare-Kennern nicht unvertraut.
Nun, wir wurden Zeugen, wie sich eine Schultheater-AG abmüht, ein Stück auszuwählen, die Rollen zu verteilen, zu proben und schließlich zu einer erfolgreichen Theatertruppe zusammenzuwachsen.

Natürlich gab es die passenden typoi: die gleichermaßen genervte wie geduldige Regisseurin aka DS-Lehrerin, den selbstverliebten Nerd, der natürlich die Hauptrolle haben möchte und weiß, welches Stück wahrhaftig (für ihn) geeignet wäre, ein Pärchen, das noch keines ist, aber schon für einander bestimmt ist, eine dazugehörige Kupplerin, die ihr ganz persönliches Süppchen kocht und noch ein paar pubertierende Jungs, die schon mal die berüchtigte männliche Toxizität (das schicke, trendige Fremdwort musste noch untergebracht werden ;-) ) üben wollen… (mehr …)