Neue Anti-Diskriminierungskampagne am Gymnasium Panketal

Veröffentlicht am im Schuljahr 2021/2022

Keiner möchte gern benachteiligt werden. Dies sollte eine Selbstverständlichkeit sein. Deshalb hat sich das Gymnasium Panketal mit Wirkung vom 1. April dazu entschlossen, einen weiteren Schritt auf dem Weg zur diskrimierungsfreien Schule zu gehen.

Nicht immer sind es die offensichtlichen Zurücksetzungen, die auch durch die Medien viel Beachtung finden. Manchmal ist es die Sprache, manchmal sind es bauliche, manchmal sind es Ordnungsaspekte.

  1. Einfach besser

Ab sofort findet der Unterricht nur noch in einfacher Sprache statt. Alle Lehrer, zukünftig wegen der besseren Verständlichkeit „Pauker“ genannt, sind angewiesen worden, umgehend auf komische Wörter, also Fachbegriffe, auf komplexe und lange Sätze zu verzichten. Auch eigenartige Bücher haben nichts mehr im Deutschunterricht verloren: Schiller, Goethe, Lessing, Marc-Uwe Kling sind aus dem Lektürekanon gestrichen, dafür werden „Greg´s Tagebücher“ von Klasse 7 an schrittweise behandelt.
Auch im Fachbereich Sport wird es nun einfacher: Arbeitsaufträge werden auf den Kern beschränkt: „Los!“, „Schneller!“, „Mehr!“, „Höher!“ reicht zukünftig aus. Dass dieser Fachbereich einige dieser Formulierungen schon zuvor genutzt hat, zeigt die Innovationskraft unserer Sportkollegen.

Diese neuen Regelungen bedeuten auch für einige wenige Schüler Herausforderungen: Anstelle von „Entschuldigung, ich habe die Aufgabe nicht verstanden. Könnten Sie mir diese bitte erklären“, muss zukünftig verzichtet werden. „Wie jetzt?!“ reicht.

  1. Alles muss klein beginnen

Pauker S. im Gespräch mit Schüler
Pauker S. im Gespräch mit Schüler

Das mag den meisten logisch erscheinen, aber ab sofort ist Schluss mit dieser offensichtlichen Form der Herabsetzung. Wo bisher alphabetisch, nach Alter oder eben nach Kleinheit sortiert wurde, gilt nun, dass größere Menschen Vorrang genießen. Dem Kartell der Kleinen wird nun ein Ende bereitet. Dies bedeutet:

  • Unterricht in größenhomogenen Klassen
  • Pauker ist, wer am größten ist
  • Tafeln/Projektionsflächen werden auf 2,80 m Höhe angebracht, um rückenschädigendes Arbeiten zu vermeiden
  • Stühle werden gegen Barhocker ausgetauscht; kleine Leitern dürfen ggf. mit in die Schule gebracht werden
  • Alle Türrahmen erhalten angemessene Ausparungen
  • Mittagessenausgabe nach Größe gestaffelt, schließlich ist der Energiebedarf auch der Größe entsprechend; auch die Portionierung erfolgt entsprechend
  • Über veränderte Aufnahme- bzw. Einstellungskriterien informiert die Schulleitung rechtzeitig

Wir sind uns sicher, dass uns damit ein weiterer Schritt in Richtung einer innovativen und gerechten Schule gelingt.

Übrigens

Unsere neue Kampagne ist nicht die erste erfolgreiche Innovation: Bereits unsere Individualisierungsinitiative vom 1. April 2019 und das neue Fächerkonzept ab dem 1. April 2021 haben unsere Innovationskraft unter Beweis gestellt.